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Steuersenkung für die Gastronomie

Lange Zeit schien es, als sei die Gastronomie zum wirtschaftspolitischen Stiefkind verkommen. Die Sofortmaßnahmen während des Lock-Down liefen komplett an der Branche vorbei. Nun greift das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket auch in Form von Steuersenkungen. Kaum in der Welt werden Zweifel an der Wirksamkeit laut. Wir haben mal nachgerechnet - damit aus Bauchgefühl Gewissheit wird.


Steuersenkung für die Gastronomie

Ab 1. Juli 2020 gelten befristet bis Ende 2020 reduzierte Mehrwertsteuersätze für alle Gewerbetreibenden in Deutschland – statt 19 werden 16 Prozent und statt 7 werden 5 Prozent erhoben. Du als Gastronom:in darfst zusätzlich bis Ende Juni 2021 all deine Speisen mit dem reduzierten Außer-Haus-Steuersatz versehen.

Auf den ersten Blick erscheint das vielleicht nicht viel. Was aber genau bedeutet das für dich und deine monatlichen Erträge?

Ein Beispiel: Mit einem monatlichen Umsatz von 3.000 EUR, davon 50 Prozent durch Speisen, 50 Prozent durch Getränke, 50 Prozent davon außer Haus*, musst du mit folgender Steuerbelastung rechnen:

Umsatzsteuer vor dem 01.07.2020337,64 EUR
mit ermäßigtem Steuersatz von 7% auf alle Speisen266,96 EUR
zusätzliche Reduzierung der Steuersätze auf 16% und 5%210,58 EUR

Ein weiteres Beispiel: Mit einem monatlichen Umsatz von 7.000 EUR, davon 50 Prozent durch Speisen, 50 Prozent durch Getränke, 50 Prozent davon außer Haus*, musst du mit folgende Steuerbelastung rechnen:

Umsatzsteuer vor dem 01.07.2020787,80 EUR
mit ermäßigtem Steuersatz von 7% auf alle Speisen622,88 EUR
zusätzliche Reduzierung der Steuersätze auf 16% und 5%491,37 EUR

 

Das heißt, dass du künftig im Monat 38 Prozent weniger Umsatzsteuer als bisher abführen musst. Natürlich schwankt dieser Wert je nachdem, ob deine Gäste bisher hauptsächlich Speisen vor Ort verzehrt haben oder du ohnehin ein Take-Away Konzept fährst. Alles in allem wirst du aber Steuern sparen.

Essentiell für die Mitnahme dieses positiven Effektes ist natürlich, dass deine Kasse die verringerten Steuersätze ab dem 1. Juli auch abbildet. Durch die Komplexität der verschiedenen Maßnahmen ist dies für die Gastronomie nicht ganz so einfach. Solltest du hierzu Fragen haben, stehen wir von NOLEA dir gerne zur Verfügung.

Ob diese Maßnahme dazu führt, dass wir alle unbeschadet durch die Krise kommen, ist durchaus fraglich. Eine spürbare Erleichterung ist jedoch auf jeden Fall für all diejenigen zu erwarten, die weiterhin gute Umsätze machen. Für alle, die aufgrund eingeschränkter Flächen und Sitzplätze oder ausbleibender Gäste Umsatzeinbußen verzeichnen, bleibt es ein Kampf ums Überleben. Hier ist es weiterhin Aufgabe der Politik, Fördermaßnahmen fortzuführen und zu erarbeiten, die eine Überbrückung der Zeit mit verschärften Hygieneauflagen und Abstandsregeln möglich machen.


*Der Einfachheit halber wird angenommen, dass vor Ort alle Speisen & Getränke mit 19 Prozent versteuert werden, obwohl in der Realität einige Produkte wie z.B. Wasser mit 7 Prozent zu versteuern sind.

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